Wie alles begann:
Am Anfang war ein grauenvoller Fund, ein Karton mit gequälten und entsetzlich verstümmelten Wellen- und Nymphensittichen. Den Vögeln wurden unter anderem bei lebendigem Leibe die Beine abgeschnitten, um die Fußringe zu entfernen.
Von den fast 40 Tieren lebten noch 2, als sie morgens an einer Baustelle gefunden wurden. Die Tierschützerin, welche diesen Karton mit den armen Kreaturen in die Tierklinik brachte, wird wohl den Anblick dieser geschundenen Tiere niemals vergessen.
Die beiden noch lebenden Tiere wurden später in der Tierklinik eingeschläfert, ihre Verletzungen waren zu schwer.
In den Vogelforen im Internet, einer Plattform für Vogelhalter- und Schützer, wurde über diesen grausamen Tierfund berichtet. Dort sind die meisten von uns als regelmäßige Besucher und Verfasser von Beiträgen in den verschiedenen Unterforen zu finden.
Zu diesem Zeitpunkt kannten wir uns jedoch noch nicht. Das sollte sich nach meinem Aufruf ganz schnell ändern. Ich schreibe im AGA-Forum unter dem Nickname Andra. Meine Passion sind die Unzertrennlichen-Papageien, auch Agaporniden genannt. Nach meinem ersten Agapornidenpärchen 1999 gesellten sich nach und nach 3 weitere Paare (Abgabetiere von AiN) hinzu.
Die grausame Tat dieses Tierquälers veranlasste mich zum Hilfeaufruf in den Vogelforen. Tiere haben oft keine Lobby, deshalb brauchen sie unsere Hilfe! Meine Idee war, andere gefährdete Vögel vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren. So ein Projekt benötigt viele tatkräftige und engagierte Helfer, und diese fand ich durch den Aufruf in den Vogelforen sehr schnell.
Aufklären über die Vogelgrippe, Menschen die Angst nehmen, den Vögeln ihr Zuhause möglichst zu erhalten. Wenn das in einzelnen Fällen nicht möglich wäre, diese Tiere aufzufangen und wieder zu vermitteln.
Möglicherweise geschah diese entsetzliche Tat aus Angst vor der Vogelgrippe und die Tiere kamen aus einer Außenvoliere, die in Panik aufgelöst wurde?
Wir wissen es nicht. Aber der Tod dieser Vögel sollte nicht vergessen sein. Im Gedenken an diese so entsetzlich zugerichteten Vögel haben wir unsere Kräfte gebündelt und beschlossen, etwas zu tun!

Ein Stein kommt ins Rollen
Aus einer Hand voll Vogel- und Tierliebhaber ist dann der “Aktionskreis Vögel in Not“ entstanden. Was zuerst nur eine Idee war, nahm ständig an Form zu und am 1. Mai 2006 konnten wir mit dem offiziellen Teil unseres Projektes
beginnen: der Präsentation und Verteilung unserer ersten Broschüre.
Nachdem es sich langsam herumsprach, dass wir unsere Tätigkeit aufgenommen hatten, konnten wir uns über Arbeitsmangel nicht beklagen. Viele Notfälle, Pfleglinge – Wildvögel und Greife- wurden aus den umliegenden Tierheimen gleich mehrfach in unsere sachkundigen Hände übergeben.
Über unser Nottelefon erreichten uns die Bitten und Hilferufe privater Vogelhalter, wir sollten doch bitte ihre Heimvögel abholen und in liebevolle Hände vermitteln. Meist waren es persönliche Schicksalsschläge, die es den Tierbesitzern unmöglich machten, sich weiterhin um ihre Tiere zu kümmern. Der Umzug in ein Seniorenheim oder eine ungewisse Zukunft, wegen einer bösartigen Erkrankung z.B. mit längerem Krankenhausaufenthalt und anschließender Reha -Maßnahme.
Es gab viele traurige Situationen, auch versteckte Tränen, wenn wir die Tiere abgeholt haben oder teils aus der Voliere fangen mussten. Wir wurden mit einzelnen menschlichen Schicksalen konfrontiert und haben alle Vögel in liebevolle Pflege oder Dauerpflege zu neuen Haltern vermitteln können. Einige Tierhalter boten uns Spendengelder an, um uns zu unterstützen.
In unserer schon länger vorhandenen und bislang privat geführten Wildvogelstation in Eitorf wurden mittlerweile die aufgefundenen Wildvögel kartonweise abgegeben, die kleine Station platzte schnell aus allen Nähten.
Unsere Kosten stiegen ständig und wir steckten viel Arbeit und private Mittel in unser Projekt. Die gutgemeinten Spenden mussten wir leider ablehnen, da wir keine Berechtigung bzw. eine rechtliche Grundlage hatten, diese Spenden anzunehmen.
Da unsere Arbeitseinsätze aber nicht nur unsere Freizeit sondern auch unsere privaten Geldmittel forderten, entschlossen wir uns, den „Behördenparcours“ zu bewältigen und unseren Verein, die Vogelnothilfe e. V. zu gründen. Am 17.04.2007 war es dann so weit, wir waren ein beim Amtsgericht Siegburg eingetragener, anerkannter und gemeinnütziger Tierschutzverein mit Sitz in St. Augustin. Wir dürfen Mitglieder aufnehmen und Spenden sammeln.
Dies tun wir in unserer Freizeit, bei geeigneten Veranstaltungen wie z.B. Waldfesten, Frühlingsfest in Bad Honnef, in Gut Leidenhausen anlässlich eines Waldgottesdienstes oder bei der Veranstaltung „Autofreies Siegtal“ in Eitorf. Wir bauen unseren Infostand auf und bringen interessierten Vogelhaltern durch gezielte Aufklärung die Bedürfnisse ihrer gefiederten Freunde nahe. Wir stellen Anschauungsmaterial zur Verfügung, diskutieren mit Kindern und Eltern, wir klären auf. Wir bieten für den Notfall unsere Hilfe an. Wir wollen verhindern, dass Heimvögel die „Kündigung“ bekommen oder fliegen gelassen werden oder verletzte Wildvögel einfach liegengelassenwerden. Es gibt immer eine bessere Lösung!
So war aus meinem Aufruf in den Vogelforen unser Trio entstanden. Wir waren gleich von Beginn an unermüdlich und fleißig im Einsatz. Wir entdeckten rasch, dass wir die gleichen Ziele verfolgten und jeder von uns für sich schon irgendwie „angefangen“ hatte zu helfen und Vogelelend zu mindern. Verstärkt wurden wir schnell durch meinen Mann, der die Logistik übernahm und dann gesellte sich Isa Pollak unsere Veterinärin hinzu.
Unser gemeinsamer Einsatz gilt dem Tierschutz, insbesondere unseren gefiederten Pfleglingen und den Notfällen. Durch unser Nottelefon sind wir präsent und bieten durch unseren ehrenamtlichen Dienst Hilfe und Beratung an. Wir sind auch auf Ihre Hilfe angewiesen, bitte helfen Sie uns zu helfen. Wir freuen uns auf Ihre aktive Mithilfe im Verein, gerne auch als inaktives Mitglied oder als Förderer unserer vielseitigen Aufgaben
Bitte unterstützen auch Sie unsere Arbeit!
Rita Sieberz
Gründerin und 1. Vorsitzende der Vogelnothilfe e. V.