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Winter 2012: Die Kälte setzt unseren Wildvögeln zu
Tiefe Minustemperaturen fordern viele Vogelopfer. Meist verhungern sie, weil sie nicht mehr genügend zu Fressen finden. Je tiefer die Temperatur, desto höher der Kalorienverbrauch der Vögel. Daher sollten schon zeitig am Morgen die Futterstellen mit Winterfutter versorgt sein, damit die Vögel nach einer eiskalten Nacht schnell ihre Reserven auffüllen können. Aber auch tiefgefrorene Teiche, Seen und Bachläufe sind ein Härtetest für alle Wasservögel. Eisvögel können nicht mehr tauchen, um sich Fische zu fangen, Enten und andere Wasservögel frieren im Eis fest.
Was können Sie tun:
· Füttern Sie die Gartenvögel. Hängen Sie auch Futter in Parks oder anderen Grünflächen auf. Für Insektenfresser wie z.B. Amseln, Rotkehlchen, Heckenbraunellen gibt es im Fachhandel Winterfutter mit getrockneten Insekten. Denken Sie bitte auch an Tränken, die Sie allerdings öfters mal auftauen müssen.
· Reinigen Sie die Futterstellen wie Futterhäuschen regelmäßig, um Ansteckungen zu vermeiden. Sinnvoll sind Futtersilos zum Aufhängen, weil die Vögel dort das Futter nicht verschmutzen können.
· Enten, Gänse und Schwäne freuen sich über eine Fütterung: aber bitte richtig! Unmengen von Brot machen die Wasservögel krank und beinhaltet zudem zu wenig Nährstoffe. Im Fachhandel gibt es für wenig Geld Pellets oder Getreidemischungen, auch über einen frischen Salat, fein geschnittene Möhren oder Äpfel freuen sich besonders Schwäne und Gänse.
· Wenn Sie Hundebesitzer sind: leinen Sie bitte Ihren Liebling an beim Anblick von Wasservögeln oder Reihern. Jede Aktion, meist Aufschrecken und Fluchtverhalten, ausgelöst durch den Hund, kostet die Tiere unnötig viel Energie. Schwächere Tiere kann das auf Dauer das Leben kosten.
· Beobachten sie festgefrorene Tiere auf dem Eis: bitte versuchen Sie niemals selber, den Vogel zu retten! Das kann lebensgefährlich sein! Rufen Sie die Feuerwehr, die hat die Möglichkeit, den Vogel gefahrlos aus dem Eis zu befreien. Festgefrorene Vögel oder verklammte Vögel sollten beim vogelkundigen Tierarzt untersucht werden oder benachrichtigen Sie die Auffangstationen.
Neu! Unsere Patenvögel Neu!
schauen sie doch mal rein in die Rubrik >Sie wollen helfen - Patenschaften<
Hier ist sicherlich auch für Sie etwas dabei. Rufen Sie uns an, wir haben noch viel mehr Vögel, die einen Paten suchen.
Brutzeit - Heckenschutzzeit
Viele Tiere brauchen zur Aufzucht ihrer Jungen den Schutz von intakten Hecken , Bäumen und anderen Grünbiotopen.
Ab 01. März bis 30. September beginnt daher eine Schonzeit für Hecken, Bäume, Röhricht und Schilf. Nur leichte Form - oder Pflegeschnitte sind erlaubt. Baumfällarbeiten müssen auf den Herbst und Winter verlegt werden, es sei denn, es liegt eine Gefährdung vor.
Wer dagegen verstößt, beginnt eine Ordnungswidrigkeit, die je nach Schaden mit hohen Bußgeldern belegt werden kann.
Auskünfte darüber geben Ihnen das Ordnungsamt und das Amt für Naturschutz.
Hände weg von Jungvögeln!
Jedes Jahr um die gleiche Zeit - nämlich zwischen April und September - füllt sich unsere Auffangstation mit jungen Vögeln. Teilweise ist der Ansturm so groß, dass wir einen Aufnahmestopp verhängen müssen.
Viele Vögel, die all die Jahre bei uns ankamen, brauchten aber unsere Hilfe gar nicht. Sie wurden schlicht weg - aus vermeintlich gutem Grund - entführt. Der häufigste Grund sind die eigenen oder Nachbars Katzen, ein weiterer das Unwissen, dass Jungvögel noch sehr hilflos wirken, wenn sie das Nest verlassen. Oft können sie sogar kaum richtig fliegen, laufen auf unsicheren Beinen umher und schauen arglos in die Welt! Diese Phase dauert ein paar Tage. Dennoch sind sie nicht aus dem Nest gefallen, sie werden gefüttert, angeleitet und von den Altvögeln emsig bewacht.
Die Vogeleltern warnen ihre Kinder vor Gefahren - so auch vor Katzen. Daher bitte keine Vogeljunge einfach einsammeln! Diese gesunden und gut versorgten Tiere nehmen jenen Vögeln den Platz in der Auffangstation weg, die ihn dringend brauchen: verletzte, entkräftete oder kranke Vögel, nackte oder spärlich befiederte Nestlinge oder Jungvögel, deren Eltern tatsächlich durch ein Unglück umgekommen sind!
An der Straße oder an einem anderen ungünstigen Ort aufgefundene Jungvögel können Sie ohne Probleme anfassen und an einen geschützten Platz in der Nähe umsetzen, die Vogeleltern interessiert es überhaupt nicht, ob ein Mensch das Vogelkind angefasst hat!
Falls Sie dennoch ein Vogelkind aufgenommen haben: füttern Sie bitte keine ungeeigneten Dinge! Immer wieder bekommen wir Vögel zur Pflege, die mit Brot, Hackfleisch, Katzenfutter, Salat, Wurst und ähnlichem gefüttert wurden. Meist können wir diese Tiere nicht mehr retten, weil die falsche Nahrung das empfindliche Verdauungssystem vergiftet hat. Junge Vögel sind so empfindlich wie menschliche Säuglinge! Füttern Sie bitte gar nichts, geben Sie nur tröpfchenweise Wasser, bis Sie sich informiert haben.
Sehr junge Nestlinge, die kaum oder gar nicht befiedert sind, brauchen ständige Wärme um die 28-30°, ein warmer Wintersocken oder ein Tuch alleine hilft da überhaupt nicht. Nestlinge können nicht selber die Wärme halten. Benutzen Sie eine Wärmeflasche oder ähnliches und überprüfen Sie regelmäßig die Temperatur.
Weitere Infos hierzu lesen Sie unter der Rubrik: Sie brauchen Hilfe?/ Wildvögel in Not
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| er braucht auf jeden Fall Hilfe....
Amseljunges, 7 Tage alt | | ... und er ist schon bei Mama ausgezogen! Freiwillig!!! Gerade mal aus der Enge das Nests raus erkundet er seine Welt mit großen Augen und auf unsicheren Beinchen! Ein Stummelschwänzchen und kurze Flügelchen, die ihn kaum tragen, zeichnen das flügge gewordenen Amselkind aus. Amsel, 15 Tage alt | |
Brauchtumsfeuer
Jedes Jahr brennen sie wieder: in der Osterzeit die Osterfeuer und im Winter die Martinsfeuer. Um den grausamen Flammentod vieler Tiere: Reptilien, Vögel und Igel zuvermeiden, bitte die Reisighaufen erst kurz vor dem Abbrennen aufschichten oder umschichten, sodass die Tiere Zeit genug haben, zu fliehen. Gerade während des Frühlings nutzen einige Vogelarten wie Rotkehlchen, Zaunkönig und andere die dichten Reisigaufschüttungen zum Nestbau. Andere Tiere bevorzugen den Schutz der Aufschüttungen: sie alle ersticken und verbrennen jämmerlich, weil sie meist nicht rechtzeitig fliehen können.
Sprechen Sie die Errichter der Feuer auf die Problematik an und bitten Sie um Umschichtung kurz vor dem Abbrennen.
Nester hängen lassen!
Verboten nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz ist das Entfernen von Nestern und Vogelbauten, das Stören der Ruhe - und Aufzuchtorte dieser Tiere. Alle heimischen Vögel sind im Gesetz als besonders geschützt verankert.
Streng geandet wird daher das Entfernen von Schwalbennestern, Nestern von Dohlen, Haussperlingen und Mauerseglern an den Häusern. Ist ein Entfernen der Nester notwendig geworden, muß umgehend Ersatz geschaffen werden. Kunstnester bekommen Sie im einschlägigen Fachhandel.
Vielerorts werden Brutstätten von Vögeln wegen eines übertriebenen Hygienebedürfnis entfernt. Kleine Hilfe: z.B. Brettchen unter die Nester zu montieren helfen vor größerer Verschmutzung. Auch mittels einem Hochdruckreiniger bekommt man meist die Schmutzflecken gut weg. Wenn man den nicht hat, erzielt man mit Schrubber und Wasser gute Ergebnisse.
Unsere Vögel brauchen unseren Schutz! Viele >Hausbrüter< wie Spatzen und Schwalben sind mittlerweile in ihren Beständen gefährdet!
Klären Sie ihre Nachbarn auf und weisen Sie auf den besonderen Status unserer heimischen Vögel hin!